In Rezension Susan Dennard

Die Schwestern der Wahrheit


Eine gefährliche Wahrheit.
Zwei Freundinnen mit einer magischen Gabe.
Drei Reiche vor dem Krieg.

Manche Menschen werden mit einer magischen Begabung geboren, die ihnen besondere Kräfte verleiht. Safiya kann Lüge von Wahrheit unterscheiden, ihre Freundin Iseult sieht Gedanken und Gefühle. Die beiden wollen frei sein und niemandem dienen. Als sie einen folgenschweren Fehler begehen und der Krieg immer näher rückt, müssen Safi und Iseult sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen. Doch die größte Gefahr trägt Safi in sich: Ihre Wahrmagie ist extrem selten und manche würden alles tun, um sie in ihre Gewalt zu bringen …


Erster Satz: Alles lief schief.

Zu Beginn der Geschichte wird man als Leser buchstäblich ins kalte Wasser geworfen, denn man hat absolut keine Ahnung was sich hinter den unzähligen fremdartigen Begriffen verbirgt, mit denen die Autorin ihre fantastische Welt beschreibt. Auch im weiteren Verlauf der Handlung erhält man keine Erklärungen, muss sich also den Großteil selbst zusammenreimen. Es dauerte eine Weile bis ich mich unter diesen Bedingungen zurecht fand, doch der Mangel an Definitionen hat mich auch angespornt weiter zu lesen und meine Wissenslücken zu füllen. Je mehr ich herausfand, desto öfter kam mir jedoch der Gedanke, dass die Autorin mit dieser Strategie bewusst zu verschleiern versucht, wie wenig ausgereift ihr Weltenaufbau eigentlich ist. Viele wichtige Fragen blieben ungeklärt: Zum Beispiel was den ersten großen Krieg der Magislande ausgelöst hat und wieso dieser nun erneut auszubrechen droht? Und welchen Ursprung hat eigentlich die Magie des Landes und der Menschen?

Dafür legt die Autorin ihren Fokus umso mehr auf die Action in ihrer Geschichte. Safi und Iseult schlittern von einem Abenteuer ins nächste und haben kaum Zeit zu verschnaufen. Persönlich hat mir das sehr gut gefallen, denn die Spannung blieb dadurch immer aufrecht. Der Handlungsstrang selbst war teilweise leider sehr vorhersehbar und ich wollte die Protagonisten manchmal schütteln, weil sie offensichtliche Dinge nicht gesehen haben. Über diesen Aspekt konnte ich aber dank der sympathischen Charaktere leicht hinwegsehen. Safi und Iseult sind tolle Heldinnen die ihr eigenes Ding durchziehen und mit Sicherheit niemanden brauchen der sie beschützt. Obwohl die beiden nicht blutsverwandt sind, vereint sie ihre tiefe Freundschaft miteinander. Diese Vertrautheit ist ein wichtiger Pfeiler der Geschichte, den ich sehr mochte.

Ich werde dir immer folgen, Safi, und du wirst mir immer folgen.
Strangschwestern bis zum Ende.

Beide Mädchen fand ich interessant und sympathisch, wobei sich Safi mit ihrem frechen Mundwerk und dem Hang dazu, in Schwierigkeiten zu geraten, besonders schnell in mein Leserherz schleichen konnte. Als Tochter eines Adligen besitzt sie in den Magislanden den Titel einer Domna und trägt außerdem eine gefährliche magische Gabe in sich. Um dieses Geheimnis zu hüten, verzichtet sie auf ihren Rang und streift stattdessen mit ihrer besten Freundin Iseult durchs Land. Im Gegensatz zu Safi ist Iseult recht wortkarg und hält sich lieber im Hintergrund. Sie entstammt einem nomadischen Volk, welches sie aufgrund mangelnder magischer Fähigkeiten verstoßen hat. Ihr Wesen war sehr spannend zu erkunden und in ihr steckt sehr viel mehr, als man vielleicht glauben möchte. Auch die Nebencharaktere sind toll, besonders der Blutmagis Aeduan, welcher als Antagonist agiert. Er ist ziemlich mysteriös und trotz seiner Grausamkeit kam ich nicht umhin, eine gewisse Vorliebe für ihn zu entwickeln. Mit dem Seefahrer Merik tritt ein weitere männlicher Charakter auf, dessen Figur mich ein wenig an den berühmten Sinbad erinnert hat.

Alles in allem ist dieser Reihenauftakt solide, auch wenn man hier und da einige Schwächen entdecket. Hoffentlich klären sich manche Fragen noch in den Folgebänden, doch bis dahin kann ich interessierten Lesern diesen Auftakt durchaus empfehlen.


Eine Geschichte die voller Abenteuer steckt und zwei wirklich gelungene Heldinnen ins Rampenlicht rückt. Leider scheint es der Autorin aber an Erfahrung im Worldbuilding zu mangeln, denn hier gab es einige Ungereimtheiten.


Originaltitel: Truthwitch | Autor: Susan Dennard | Seiten: 512 | Gebundenes Buch | penhaligon

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