In Goldmann Historisch Micaela Jary

Sehnsucht nach Sansibar


Sehnsucht nach Sansibar 

Originalausgabe 
Reihe: Einzelband 
Genre: Historisch 
Autor: Micaela Jary 
Verlag: Goldmann 
Seiten: 448 
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Klappentext 

Der Duft exotischer Gewürze, Farben wie aus 1001 Nacht, eine Insel voller Sehnsucht 1888 an Bord eines Dampfers auf dem Weg nach Ostafrika: Die unkonventionelle Reederstochter Viktoria Wesermann, die junge Forschungsreisende Antonia Geisenfelder und die verwöhnte Juliane von Braun schließen Freundschaft. Jede sucht ihr Glück auf der duftenden, exotischen Gewürzinsel Sansibar, doch schon bald geraten die drei in ein Wechselbad aus leidenschaftlichen, verstörenden und berauschenden Gefühlen, in einen schmerzhaften Zwiespalt zwischen orientalischem Traum und den Schatten von Sklavenhandel, blutigen Aufständen und Cholera ...


Rezension

Erster Satz: Viktorias Herz raste.

Nach einem öffentlichen Skandal soll die junge Viktoria eine kleine Auszeit nehmen und sich ihrer Verpflichtungen als Tochter aus gutem Hause bewusst werden. Dazu schicken sie ihre Eltern auf eine Reise nach Sansibar, eine exotische Insel im indischen Ozean. Was als Strafe angedacht war, entpuppt sich als die Erfüllung eines großen Traumes. Schon immer wollte die unabhängige Viktoria ein Abenteuer erleben und ihren emanzipierten Vorbildern der Frauenbewegung nacheifern. 

Die Handlung beginnt noch in Köln, der Heimat Viktoria Wesermanns, was dem Leser ein angenehmes und ausreichendes Kennen lernen mit der Protagonistin ermöglicht. Gemeinsam mit der dickköpfigen und abenteuerlustigen jungen Frau begibt man sich nach einiger Zeit an Bord eines riesigen Dampfschiffes mit Ziel Ostafrika. Dort trifft Viktoria auf zwei weitere Mädchen, die sich das Reiseziel mit ihr teilen, ansonsten aber gänzlich anders gestrickt sind als sie. Antonia Geisenfelder ist eine von ihnen. Sie begleitet einen erfolgreichen Wissenschaftler als dessen Assistentin und ist wissensdurstig und unabhängig. Diese Eigenschaften machen sie zu einem großen Vorbild Viktorias. Die dritte im Bunde ist Juliane von Braun, ein verwöhntes junges Mädchen, dass zusammen mit ihrem Vater nach Sansibar reist. Im Palast des Sultans entdeckt sie die Welt aus 1001 Nacht und verliert ihr Herz an die fremdartige Kultur und einen ganz besonderen jungen Mann.

Es ergeben sich drei Handlungsstränge, die die verschiedenen Erlebnisse der drei Charaktere näher beleuchten. Denn nach der Schiffsreise trennen sich erstmal die Wege drei Mädchen, die mittlerweile gute Freundinnen geworden sind. Um trotzdem in Kontakt zu bleiben beschließen sie, sich immer an einem bestimmten Ort wieder zu treffen und sich auszutauschen. Alle Reisenden erleben eine spannende Zeit in Sansibar, die sie unwiderruflich prägt. Dabei beschreibt die Autorin nicht farbenprächtig und stimmungsvoll die paradiesische Schönheit der Insel und deren Hauptstadt, sondern beleuchtet auch die Schattenseiten der Zeit: Sklavenhandel, Cholera und Volksaufstände.

Ich klebte förmlich an den Seiten um die Abenteuer von Viktoria, Juliane und Antonia möglichst schnell zu inhalieren und zu erfahren was wohl alles passieren wird. Zu keiner Zeit verlor der Roman an Spannung, Romantik und Faszination! Die Charaktere haben mich dabei ganz besonders überzeugt, denn nicht nur die Hauptfiguren sind gut ausgearbeitet, auch die Nebenfiguren wurden ansprechend gezeichnet. Dabei ist jede Figur sehr individuell und hat Ecken und Kanten. Es sind Menschen, die aus dem Leben gefasst wurden. Begeistern konnte ich mich vor allem für Viktoria, was vielleicht auch daran liegt, dass zu Beginn der Fokus sehr auf ihre Figur gerichtet ist und erst nach und nach die anderen Mädchen ins Spiel kommen. 

Die vielen Informationen zu Land und Leuten und dem Zeitraum in der unsere Geschichte spielt zeigen auch, dass die Autorin hervorragend recherchiert hat. Für alle die nach dem Roman noch mehr über Sansibar erfahren möchten, findet sich am Ende ein Quellenverzeichnis zum Weiterlesen und eintachen in die kunterbunte Welt der Insel.

Cover

Das äußere Erscheinungsbild des Romans imponiert besonders durch seine intensive Farbgebung und seine traumhafte Fotografie. Es wirkt, als würde man gerade selbst an dem Geländer lehnen und einen Blick aufs Meer und die vorbeisegelnde Dhaus werfen.

Fazit

Für mich hatte dieser Roman alles, was ein Buch dieses Genres zu bieten haben sollte. 
Alles was mir noch zu sagen bleibt ist: Lasst euch von der betörenden Schönheit Sansibars verzaubern und von den starken Frauen dieser Geschichte auf eine rasante Reise mitnehmen!
 
5 von 5 Kolibris

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